Elversberg – Bayern: Machtwechsel in der Bundesliga?

Elversberg – Bayern: Machtwechsel in der Bundesliga?

Die SV Elversberg mischt als Debütant die Bundesliga auf. Am Sonntag gehen die Saarländer in der Tabelle vor dem Bayern in das Topspiel gegen den Rekordmeister. Zieht der Aufsteiger nun „unaufhaltsam“ davon?

Ganz Fußballdeutschland hat sich der Dominanz des FC Bayern unterworfen. Mit Ausnahme eines kleinen Aufsteigers aus dem Saarland. Die SV Elversberg, im Vorfeld vielleicht als erster Name unter den Abstiegskandidaten genannt, hat nach zwei Spieltagen schon mehr Punkte gesammelt als die Rekord-Bayern. Nur eine Momentaufnahme, oder kann die SVE den Heimvorteil gegen den großen FCB nutzen und für den größten Erfolg ihrer Vereinsgeschichte sorgen? Dass man die Münchner ärgern kann, haben zuletzt ja schon die Schalker bewiesen. Anstoß zum letzten Spiel des 3. Spieltags der Bundesliga ist am Sonntag um 17:30 Uhr im Waldstadion Kaiserlinde.

Elversberg – Bayern im TV oder Livestream

Zu sehen gibt es das Spiel live ab 17:30 Uhr bei DAZN.

Elversberg kein One-Hit-Wonder?

Die SV Elversberg ist der 59. Klub, der es seit Einführung der Bundesliga ins deutsche Oberhaus geschafft hat. Nur ein kurzes Intermezzo oder gekommen, um zu bleiben? Stand jetzt sieht es ganz danach aus, als würde uns die SVE noch längere Zeit in der Bundesliga erfreuen. Der Start in die neue Saison hätte besser kaum laufen können. Erst das 3:2 gegen Leverkusen und im Anschluss ein 4:3 bei Borussia Mönchengladbach, obwohl man bei den Fohlen zwischenzeitlich schon 1:3 in Rückstand lag. Mit viel Leidenschaft und spielerischer Qualität hat der Aufsteiger verdient sechs Punkte auf dem Konto. Jetzt will man sich auch von den Bayern nicht aufhalten lassen und den Lauf fortsetzen. Damit würden die Elversberger weiter Geschichte schreiben und als erster richtiger Aufsteiger die ersten drei Spiele gewinnen.

Bislang haben das in ihren ersten drei Bundesligaspielen nur der 1. FC Köln und der FC Schalke in der ersten Bundesliga-Saison sowie der FC Hansa Rostock nach der Wende im Jahr 1991/92 geschafft. Keiner dieser Klubs ist jedoch aufgestiegen. Viel wichtiger aber ist für die Elversberger natürlich, nach 34 Spieltagen einen der oberen 15 Plätze zu belegen. Dass die beiden Auftaktsiege keine Garantie für den Klassenerhalt sind, sollte klar sein. Wenngleich es nur vier Klubs erwischt hat, die zuvor mit sechs Punkten gestartet sind. Zuletzt war dies vor neun Jahren beim HSV der Fall. Außerdem ereilte den 1. FC Köln (2005/06, Hansa Rostock (1991/92) und den Karlsruher SC (1982/83) dieses Schicksal. Aber was soll mit der besten Offensive der Liga schon schiefgehen? Die stellen nach zwei Spieltagen tatsächlich die Elversberger zusammen mit Augsburg (je 7 Tore). Die Bayern sind gut beraten, den Aufsteiger aus dem Saarland nicht zu unterschätzen.

Fakten zum Spiel

  • Die SV Elversberg stellt mit 7 Toren zusammen mit Augsburg die beste Offensive der Liga. Das ist als Debütant zuvor nur dem MSV Duisburg (1963/64) gelungen.
  • Die SV Elversberg hat nur 2 der letzten 21 Heimspiele im Ligabetrieb verloren (14S, 5U).
  • Elversberg hat an den ersten beiden Spieltagen 46 Torschüsse des Gegners zugelassen. Höchstwert der gesamten Liga.
  • Die Bayern haben in 59 der letzten 60 Ligaspiele selbst getroffen. Nur gegen Schalke am 2. Spieltag blieben sie torlos.
  • Die Bayern sind auswärts seit 27 Bundesligaspielen ungeschlagen (20S, 7U).

Bayern will zurück in die Spur

Die Bayern haben ihre Torflaute nach dem 0:0 auf Schalke während der Woche eindrucksvoll beendet. Obwohl der FCB in der Champions League gegen Bodo/Glimt auch nach 45 Minuten torlos blieb, gelangen bis zum Schlusspfiff noch fünf Treffer zum ungefährdeten Sieg über das Überraschungsteam aus Norwegen. Pünktlich zum Topspiel zeigt sich der Rekordmeister also wieder in Topform. Nachdem man erstmals seit 68 Spieltagen wieder als Verfolger in ein Ligaspiel geht, ist das Ziel natürlich klar. In der Tabelle weiter Druck machen und im Idealfall am Ende des Spieltags wieder ganz oben stehen. Mit der SVE würde man im Falle eines Sieges definitiv am kommenden Gegner vorbeiziehen. Dann kommt es drauf an, was Augsburg, Freiburg und Dortmund so machen.

Statistisch gesehen werden die Bayern die Heimreise nicht ohne die drei Punkte antreten. Die SVE ist für den Rekordmeister der 57. Gegner in der Bundesliga. Von den letzten zehn Premierenduellen hat der FCB alle zehn gewonnen. Die letzte Niederlage gegen einen Neuling gab es im Oktober 2000 beim 0:1 in Cottbus. Dass die Pleite auswärts zustande kam, sollte ebenfalls erwähnt werden. In fremden Stadien können die Bayern mittlerweile nämlich auf 27 ungeschlagene Spiele (20S, 7U) in Folge zurückblicken. Der vereinseigene Rekord von 33 ungeschlagenen Begegnungen rückt langsam näher. Vorsicht ist trotzdem geboten, denn im Saarland hat der FCB tatsächlich eine negative Bilanz. Bei neun Gastspielen gegen Borussia Neunkirchen, den FC Homburg und den 1. FC Saarbrücken kommen die Münchner nur auf zwei Siege bei vier Unentschieden und drei Niederlagen.

Voraussichtliche Aufstellungen

Elversberg

Kristof

Gyamerah, Pinckert, Rohr, Günther

Keidel, Poreba

Petkov, Onyeka, Campbell

Mokwa

Bayern

Neuer

Stanisic, Upamecano, Kim, Brown

Kimmich, Bischof

Karl, Olise, Luis Diaz

Kane

Mein Tipp

Bayern gewinnt mit 2:0-Handicap

 

Der FCB hat gerade erst in der Königsklasse gezeigt, dass sie vermeintliche Underdogs auf einer Erfolgswelle nicht auf die leichte Schulter nehmen. Am Ende gabs ein klares 5:0. So könnte es jetzt auch in Elversberg ablaufen. Schließlich wollen die Münchner zurück an die Tabellenspitze und auch wieder den besten Angriff der Liga stellen. Das geht nur mit einem ungefährdeten Sieg mit 2:0-Handicap aus Sicht der Auswärtsmannschaft.

 

Bayern gewinnt und mehr als 4,5 Tore im Spiel

 

Die beste Offensive der Liga trifft auf eine der besten Offensiven Europas. Da sind Tore praktisch garantiert. Vor allem, da die SVE in den ersten beiden Spielen satte 46 Torschüsse der Gegner zugelassen hat. Die Bayern werden ihre Chancen nutzen und die drei Punkte mit nach Hause nehmen. Dabei werden zum dritten Mal in dieser Saison bei einem Spiel mit SVE-Beteiligung mehr als 4,5 Treffer fallen.

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